Universitäts- und Landesbibliothek

Innrain 52, 6020 Innsbruck
Innrain 52, 6020 Innsbruck

Universitäts- und Landesbibliothek Tirol

Sanierung und Erweiterung

Mit der neuen ULB-Universitäts- und Landesbibliothek Tirol ist am Innrain die Verbindung zwischen bestehender Bausubstanz und neuen Zubauten zu einem modernen Campus gelungen. Der eingeschoßige Neubau auf rund 2.000  Quadratmeter Fläche führt die bisher getrennten Institutsbibliotheken zu einer gemeinsamen Fakultätsbibliothek zusammen und verknüpft sie  gleichzeitig mit der Hauptbibliothek.  Die Besucher finden hier die wichtigsten Monographien und Zeitschriften, die für Lehre und Studium der am Standort Innrain vertretenen Fächer sowie für die Funktion als Landesbibliothek notwendig sind. Eine transparente, unter anderem für eine Cafeteria und einen Büchershop genutzte Raumzone öffnet das neue Gebäude nach außen und gestaltet damit ein einladendes Entree. Die großzügige Freitreppe im Bereich der Blasius-Hueber-Straße führt auf die neu geschaffene Fläche am Dach. Dadurch entsteht nicht nur ein neuer Eingangsbereich zur Hauptbibliothek, sondern auch ein von Studenten und Stadtbevölkerung gerne genutzter  Begegnungsbereich.

Für den Zubau musste nicht in die vorhandene Architektur eingegriffen werden. Vielmehr ist der neue Freihandbereich der Bibliothek eine zeitgemäße Erweiterung und fügt sich durch eine klare geometrische Linienführung harmonisch ein. Lichthöfe lassen einen deutlich gegliederten, übersichtlichen Innenraum entstehen: Im Zentrum befinden sich die zusätzlichen 300 Lese- und Arbeitsplätze, an denen das einfallende Tageslicht eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft. Umrahmt  werden die Arbeitsplätze von den Flächen für Buchbestand und Verwaltung.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit gelegt: Der neue Hauptzugang ist vom öffentlichen Straßenraum aus über einen eigenen öffentlichen Platz barrierefrei erreichbar. Die ULB wurde 2010 mit dem ZV Bauherrenpreis ausgezeichnet.

BIG Art
Die wertvolle Wissenssammlung der neuen ULB-Universitäts und Landesbibliothek Tirol wird durch zwei Projekte von BIG Art ergänzt:

Georgia Cremer – „On Stones“
Die brasilianische Künstlerin Georgia Cremer wollte mit „On Stones“ Berührungspunkte zwischen dem unterirdischen Innenraum der Bibliothek und dem für Passanten sichtbaren Außenraum knüpfen. In der Handschrift des Schriftstellers sind auf den Glasbrüstungen des neuen Zubaus Auszüge aus dem Buch „Der fliegende Berg“ von Christoph Ransmayr zu lesen. Damit gibt die Künstlerin einen ersten Hinweis auf die Nutzung des Gebäudes und führt von der Brüstung aus den Blick weiter auf konzentrische Kreise in den Lichthöfen. In deren Zentrum ruhen tonnenschwere Findlingssteine aus der Region wie in einem Zen-Garten. Für die Studierenden in der Bibliothek dienen diese Steine als Kraftzentren und Ort der Konzentration.

Michael Clegg & Martin Guttmann – „Drehbares Lesepult“
Für den Lesebereich der Bibliothek rekonstruierten Michael Clegg und Martin Guttmann ein drehbares historisches Bibliotheksmöbel von Jacob Schübler aus der Zeit um 1730. Clegg & Guttmann sehen Bibliotheken als Orte der Wissensinteraktion, daher können und sollen die Studierenden das drehbare Lesepult auch explizit benutzen.

Fotos: Günter R. Wett

Baubeginn
Q4 2007
Fertigstellung
Q3 2009
Architektur
ARGE S 14-Eck-Reiter-Rossmann
Errichtungskosten
rund 20,2 Mio. Euro
Nutzfläche Neubau ULB
rund 2.000 m²
Nutzfläche Hauptbibliothek
rund 6.975 m²
Universität Innsbruck
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