Kollegienkirche

Universitätspl. 1, 5020 Salzburg
Universitätspl. 1, 5020 Salzburg

Kollegienkirche

Sanierung

Die Salzburger Kollegienkirche wurde rund zehn Jahre lang aufwändig saniert.
Jetzt erstrahlt das Barockjuwel in neuem Glanz und bietet den Konzerten, die im Rahmen der Salzburger Festspiele hier stattfinden, wieder eine prunkvolle Bühne.

Der Zahn der Zeit nagte lange an dem Sakralbau, der in den Jahren 1696 bis 1707 von Johann Bernhard Fischer von Erlach erbaut wurde. Die Mauern waren feucht, von den Wänden bröckelte der Putz und der Dachstuhl war morsch. Über hundert Jahre lang konnte sich aufgrund einer desolaten Dachhaut, Feuchtigkeit und damit auch Schimmel – der »Echte Hausschwamm« – in das
Holz fressen. Eine erhebliche Gefahrenquelle war entstanden, die so rasch wie möglich behoben werden musste.

Die Sanierung der über 300 Jahre alten, denkmalgeschützten Dachkonstruktion gestaltete sich entsprechend aufwändig. Die Vorbereitungsphase, in der unter anderem eine genaue Bestandserhebung und Reinigungsarbeiten stattfanden, dauerte mehrere Monate. Die tatsächliche Sanierung erfolgte in zwei Stufen.
Zuerst wurde der vom Hausschwamm befallene Dachstuhlbereich mittels Heißluftbehandlung getrocknet. Dann wurden die Konstruktionshölzer einzeln saniert.

Parallel zum Dachraum wurde an den Gesimsen und Fassaden des Gotteshauses intensiv gearbeitet. Auch diese mussten von Schimmel befreit werden. Die Maler waren einige Zeit mit dem Abbürsten und Abwaschen beschäftigt bevor sie die nötigen Schritte für die Neufärbelung durchführen konnten. Neben rund 16.000 Quadratmetern Fassadenfläche galt es zudem die Mauerbänke zu renovieren sowie die Statik des Gebäudes zu sichern. Alleine diese substanzerhaltenden Maßnahmen dauerten rund vier Jahre.

Im Anschluss wurden die Fenster, die Türme sowie die Apsis saniert. Das Fenster in der Apsis wurde nach Jahrhunderten wieder zur Gänze geöffnet und so thront die davor angebrachte Figur der Maria Immaculata über dem prachtvollen Barockaltar in natürlichem Gegenlicht. Der gesamte Innenraum erstrahlt nach seiner Sanierung in einer weißen Kalklasur, die die zahlreichen
Engel-Figuren lebendig schimmern lässt. Rund 30.000 Liter Kalkanstrich waren hierfür nötig. Ein weiterer Superlativ wurde im Zuge der Kuppelsanierung aufgestellt: Das mit 58 Metern höchste Innenraumgerüst Österreichs kam hier ein halbes Jahr lang zum Einsatz.

Im Zuge der rund zehnjährigen Sanierungsarbeiten wurden zudem die Steinböden restauriert, ein Windfang sowie ein barrierefreier Zugang errichtet, die Gurtbögen instandgesetzt und die Elektroinstallationen erneuert.

Unterstützt wurde die BIG bei diesem Projekt vom Verein Kulturerbe Salzburg, der Initiative »Rettet die Kollegienkirche«, dem Bundesdenkmalamt, dem World Monument Fund, dem Land Salzburg, der Stadt Salzburg, der Erzdiözese Salzburg sowie zahlreichen privaten Spendern und Wohltätern.

Fotos: Stefan Zenzmaier

Baubeginn
Q3 2011
Fertigstellung
Q3 2013
Investitionen
rund 12 Mio. Euro
Fassadenfläche
rund 16.000 m²
Netto-Grundfläche
rund 2.830 m²
Kollegienkirche Salzburg
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