Meduni Wien Josephinum

Josephinum der Medizinischen Universität Wien

Währinger Str. 25, 1090 Wien
Währinger Str. 25, 1090 Wien

Sanierung Josephinum Wien

Die militärisch-chirurgische Akademie Josephinum wurde einst von Kaiser Joseph II. als Ausbildungsstätte für Chirurgen gegründet. Für eine exzellente Ausbildung wurden akkurate Wachspräparate der menschlichen Anatomie in Italien gefertigt und dienten den künftigen Chirurgen als Anschauungsobjekte. Eine vergleichbare Sammlung existiert weltweit nur noch ein weiteres Mal in Florenz, allerdings in weitaus schlechterem Zustand. In  Wien sind nahezu alle der 1.200 Modelle erhalten und können im Josephinum - neben weiteren Sammlungen der Medizinischen Universität Wien wie historischen Instrumenten und Büchern -  bestaunt werden. 

In weit weniger gutem Zustand als die Exponate befindet sich allerdings das Gebäude selbst. Die Fassade wurde bereits zwischen Februar 2015 und Mai 2018 saniert;  ab Herbst 2019 starten nun auch die Innenarbeiten im denkmalgeschützten Josephinum.  Nach den Plänen der Architekten EEP und Gangoly & Kristiner wird aus der ehemaligen Ausbildungsstätte ein Ausstellungsgebäude.

Dabei bleibt kaum ein Stein auf dem anderen: Der Eingangsbereich und der daran angrenzende Saal - die Sala Terrena - werden zum offenen Entrée, das den Anfang des Ausstellungsbereichs markiert. Nachträglich hinzugekommene Einbauten werden abgebrochen.

Von hier aus gelangt man künftig in die Ausstellungsräume, die sich über das Erd- und das erste Obergeschoß erstrecken. Eine Dauerausstellung informiert über die Geschichte des Hauses, die Wiener Medizinischen Schulen und die Medizin im Nationalsozialismus. Thematisiert wird überdies der Tod Kaiserin Elisabeths; zusätzlich werden die zahnmedizinischen und endoskopischen Sammlungen präsentiert. 

Im ersten Obergeschoß befindet sich ein Hörsaal, der ebenfalls in seinen historischen Zustand zurückgeführt wird und sich dann nach Abbruch einer einst eingezogenen Zwischendecke aus den sechziger Jahren und Seiteneinbauten wieder über zwei Stockwerke erstreckt. Im Zuge der Sanierungsarbeiten werden auch historische Wandmalereien teilweise freigelegt und historische Möbel restauriert. Die fixe Hörsaalbestuhlung muss weichen und wird durch flexibleres Mobiliar ersetzt. Ebenfalls im ersten Stock befinden sich der Lesesaal, die josephinische Bibliothek und die historischen Wachsmodelle. Ein Café im Erdgeschoß schließt den Rundgang ab.

Um Besuchern einen schlüssigen Rundgang durch das Haus zu ermöglichen, werden die über mehrere Stockwerke verstreuten Büros im zweiten Obergeschoß gebündelt. Auch das Archiv wird künftig hier und im Dachgeschoß angesiedelt sein.

Zusätzlich wird die Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht und die thermische Sanierung des Gebäudes weiter vorangetrieben.

 

 

Baubeginn
Q3 2019
Fertigstellung
Q2 2021

Sanierung des denkmalgeschützten Josephinums

Wettbewerb

Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung für die Generalplanersuche für die Sanierung des denkmalgeschützten Josephinums am Standort 1090 Wien, Währingerstraße 25.

Die Sitzung der Bewertungskommission fand am 29. Jänner 2018 statt. Als Gewinner ging die  Bietergemeinschaft Josephinum Wien (eep Architekten ZT GmbH und Gangoly Kristiner Architekten ZT GmbH hervor.

1. Rang = Gewinner

Projekt 1: Bietergemeinschaft Josephinum Wien
eep architekten ZT GmbH und Gangoly Kristiner Architekten ZT GmbH

Auszug aus dem Juryprotokoll

Der Entwurf überzeugt durch seine sehr klare und einfache Konzeption und die Konzentration auf das Wesentliche. Das Haus wird mit hohem architektonischen Anspruch in seine ursprüngliche strenge Form zurückgeführt. Die historischen Räume werden wieder entsprechend erlebbar gemacht. So wird auch der ehemalige Hörsaal in seiner historischen Dimension wiederhergestellt.

Im Innenraum, insbesondere in Ausstellungsbereichen, wird diese Entwurfsidee bei der Auswahl der Materialien der Oberflächen konsequent fortgesetzt und bietet so ein angemessenes Umfeld für die Präsentation der Ausstellungsstücke.

Auch die Gestaltung des Ehrenhofs in seiner ursprünglich konzipierten Form zeigt diese reduzierte, ruhige Grundhaltung, die das josephinische Bauwerk so optimal zur Wirkung bringt und gleichzeitig einen vielfältigen und hohen Gebrauchswert erlaubt.

Positiv werden auch die Öffnung des Gebäudes zum ehemaligen Kräuterhof über die nun betonte zentrale Achse und die Positionierung des Cafes gesehen. 
Insgesamt wurde das Haus in seiner Geschichte gut interpretiert und die Eingriffe sehr bewusst gesetzt.

 

2. Rang: Projekt 2 /Bietergemeinschaft ARGE lottersberger messner Architekten  und  AXIS Ingenieurleistungen ZT GmbH

3. Rang: Projekt 3 / Neumayer ZT GmbH

4. Rang: Projekt 4, Wehdorn Architekten ZT GmbH

5. Rang: Projekt 5, Bietergemeinschaft ARGE Groh - Rataplan 
(DI Lukas Groh und Rataplan Architektur ZT GmbH)

Verfahrensbetreuung

ZT DI Andrea Hinterleitner-Sedlacek
Invalidenstraße 3/12a
1030 Wien
T +43 1 877 48 11
F +43 1 877 48 54 
M office(at)zt-hilei.at

 
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