Eröffnung des Juridicums am Campus der JKU
Das umfassend sanierte Juridicum am Campus der Johannes Kepler Universität in Linz wurde diese Woche Dienstag offiziell eröffnet. Mit der Modernisierung wurde das Gebäude energetisch und funktional auf den neuesten Stand gebracht und bietet nun zeitgemäße Rahmenbedingungen für Studium und Lehre.Die Bauarbeiten starteten im Herbst 2024, die Gesamtfertigstellung inklusive Fassadenbegrünung erfolgte im April 2026. Die BIG investierte rund 15,5 Millionen Euro in das Projekt. Die Planung stammt von Querkraft Architekten ZT GmbH.
Die ersten schwebenden Bäume in Österreich
Die Bäume, ein Lederhülsenbaum, ein Ginko und ein Feldahorn im Lichthof des Juridicums sind ein echtes Highlight des Campusensembles und zugleich ein Beispiel für kreative Lösungen in der Grünraumplanung. Ursprünglich war geplant, die Bäume ganz klassisch einzusetzen – doch direkt unter dem Lichthof befindet sich das Rechenzentrum, wodurch ein Einsetzen in den Boden statisch nicht möglich war. Die verantwortliche Grünraumplanerin, inspiriert von ähnlichen Projekten in den Niederlanden, entwickelte daraufhin die Idee der schwebenden Konstruktion. So hängen die Bäume nun – zum ersten Mal in Österreich – frei im Raum.
Energetische Modernisierung des Bestands
Im Mittelpunkt des Projekts stand die thermische Sanierung des Bestandsgebäudes aus den 1970er-Jahren. Die Außenwände und das Dach wurden gedämmt und extensiv begrünt. Zusätzlich wurden die Fenster erneuert und ein außenliegender Sonnenschutz installiert. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Energieeffizienz des Gebäudes, sondern sorgen auch für ein deutlich angenehmeres Raumklima.
Der Zubau aus dem Jahr 2010 entsprach bereits dem Stand der Technik und musste daher thermisch nicht adaptiert werden. Um dennoch in beiden Gebäudeteilen ganzjährig komfortable Bedingungen sicherzustellen, wurde eine wirtschaftliche Kühlung mittels Fan-Coils umgesetzt. Diese dezentralen Klimageräte nutzen Wasser als Energieträger und arbeiten besonders energieeffizient.
Fassadenbegrünung
Ein architektonisches Highlight des Projekts ist die umlaufende Fassadenbegrünung. Mithilfe großer Pflanztröge und Rankseile für Kletterpflanzen verbindet sie den Altbau mit dem neueren Gebäudeteil zu einem harmonischen Gesamtbild. Die hohe Qualität der Sanierungsmaßnahmen wurde mit dem Qualitätszeichen klimaaktiv Gold ausgezeichnet.