In Wien Währing entsteht weiterer Bildungsraum. Durch die Übersiedelung der Ignaz-Semmelweis Frauenklinik in das Krankenhaus Nord wurden Flächen frei, die wieder einer Nutzung mit gesellschaftlichem Mehrwert zugeführt werden. Die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) hat als Liegenschaftseigentümerin einen EU-weiten, einstufigen, offenen Realisierungswettbewerb für die Generalsanierung und Funktionsadaptierung des ehemaligen Direktions- und Verwaltungsgebäudes ausgelobt. Daraus ging das Wiener Architekturbüro Silberpfeil-Architekten als Sieger hervor.

"Das Siegerprojekt überzeugt durch den behutsamen Umgang mit der bestehenden Substanz und den zurückhaltenden Zubauten, die dem Denkmalschutz des Areals gerecht werden. Nun, da der Wettbewerb entschieden ist, beginnt die Planungsphase. Läuft alles plangemäß, kann der Baustart Anfang 2023 erfolgen", sagt Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG.

„Mit der dieses Jahr beschlossenen Änderung der Flächenwidmung ist ja die Nutzung der denkmalgeschützten Pavillons für Bildungs-, soziale oder kulturelle Zwecke festgelegt. Ich freu mich, dass nun für einen weiteren Pavillon die Nachnutzung feststeht, und es in Zukunft in unserem so schulreichen Bezirk auch eine berufsbildende Schule geben wird“, ist Währings Bezirksvorsteherin Silvia Nossek sehr zufrieden.

Ausbildungs-Pavillon für wirtschaftliche Berufe
Nach der geplanten Fertigstellung Ende 2024 sollen eine Höhere Bundeslehranstalt (HBLA) und eine Bundesfachschule (BFS) für wirtschaftliche Berufe in den ehemaligen Verwaltungspavillon – Haus 1 – einziehen. Auf über 5.650 m² entstehen 16 Stammklassen für knapp 500 Schüler:innen.

Im Zuge der Generals- und Funktionssanierung wird der Haupteingang von der West- an die Nordseite verlegt. Von ihm gelangt man in den Zubau mit Eingangsbereich und Garderoben. Außerdem ist dort eine großzügige Aula angesiedelt, die als Aufenthaltsort dient und eine Verbindungsachse im Souterrain schafft. Sie führt u.a. in das Lern- und Informationszentrum (LIZ) samt Bibliothek und zum Buffet.

Über drei Stiegenhäuser gelangt man in die oberen Stockwerke. Das Erdgeschoß beherbergt alle Räumlichkeiten für den Praxisunterricht, wie Betriebs- und Einzelplatzküchen sowie einem Speisesaal inklusive Lehrbar. Im ersten Obergeschoß (OG) finden neben Stammklassen Sonderunterrichtsräume ihren Platz. Dort ist auch die Schuldirektion samt Verwaltung angesiedelt. Festivitäten finden nach Fertigstellung im zweiten OG statt, wo ein großer Musik- bzw. Mehrzwecksaal geplant ist. Die Mehrheit der Räume wird dort als Klassenzimmer ausgeführt. Im dritten OG finden sich weitere Stammklassen und mehrere EDV-Räume.

Im gesamten Gebäude wird Barrierefreiheit hergestellt.

Gemeinsame, grüne Mitte
Ein weiterer Vorteil des Siegerentwurfs ist die stetige architektonische Einbeziehung der Pavillonsumgebung. Mit ihrer Holzbauweise setzen die Zubauten den umliegenden Park thematisch fort. Die Raumanordnung ist so konzipiert, dass sich Durchblicke durchs Gebäude hinaus ins Grüne ergeben. Die bestehende Dachkonstruktion inklusive Zwischendecke weicht einer zeitgemäßen Holz-Stahl-Konstruktion mit Oberlichtband, womit auch hier eine Sichtbeziehung nach außen geschaffen wird. Die Dächer der Zubauten sind als Gründächer geplant.

Vor dem neuen Haupteingang, zwischen Haus 1 und Haus 2, befindet sich die sogenannte gemeinsame Mitte. Sie gestaltet sich als stark begrünter Vorplatz und schafft mit zahlreichen Bäumen, Rasenflächen und Sitzgelegenheiten einen attraktiven Erholungsraum. Die direkte Anbindung an das Haus 2 bietet Chancen für Synergien mit den zukünftigen Nutzer:innen im Haus 2. Neben beiden Häusern der ehemaligen Frauenklinik befindet sich auch der Wirtschaftspavillon (Haus 4) samt Nebengebäude – einem Turnsaal – im Eigentum der BIG. Alle bestehenden Gebäude und der ebenfalls in Planung befindliche zweite Turnsaal sollen in weiterer Folge für Bildungszwecke genutzt werden. Gemeinsam mit den Häusern der dort bereits angesiedelten Amadeus International School of Music Vienna wird das Semmelweisareal zu einem Bildungs-Hotspot in Wien Währing.