Gleichenfeier der Justizanstalt Klagenfurt

In Klagenfurt am Wörthersee nimmt ein Großprojekt sichtbar Gestalt an: Nach rund 13 Monaten Bauzeit fand die Gleichenfeier für die neue Justizanstalt letzten Freitag (20.3) statt. Damit wurde ein wichtiger Bauabschnitt auf dem Weg zur modernsten Justizanstalt Österreichs erreicht.
Für rund 170 Millionen Euro entsteht hier nicht nur ein funktionales Gebäude, sondern ein durchdachtes Gesamtkonzept für einen zeitgemäßen Strafvollzug. Die Fertigstellung ist für Herbst 2027 vorgesehen, der Betrieb soll Anfang 2028 beginnen.

Architektur, die neue Wege geht
Das von Zinterl ZT GmbH Architekten entworfene Gebäude setzt auf eine außergewöhnliche, sternförmige Struktur. Die Form fällt nicht nur architektonisch außergewöhnlich, sondern erfüllt auch klare funktionale Ziele: kurze Wege, klare Organisation und einen ressourcenschonenden Betrieb für alle Mitarbeiter*innen des Justizvollzugs.Auf rund 24.400 m² entstehen fünf Gebäudearme. Während ein zentraler Trakt die allgemeinen Funktionen wie medizinische Versorgung, Verpflegung und Gemeinschaftseinrichtungen bündelt, sind in den vier weiteren Armen die Departments mit insgesamt 429 Haftplätzen untergebracht. Zwischen den Gebäudearmen öffnen sich großzügige Spazierhöfe, ergänzt wird das Konzept durch einen eigenen Werkstättentrakt, der Raum für Ausbildung und sinnvolle Beschäftigung ermöglicht.

100 Tiefensonden nutzen das Erdreich
Die Bauweise ist auf einen möglichst geringen Energiebedarf ausgelegt. Rund 100 Tiefensonden nutzen die im Erdreich gespeicherte Energie zur Temperierung des Gebäudes. Ergänzt wird dies durch eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit etwa 780 kWp. Zusätzlich sorgen Wassersparsysteme und die Nutzung von Brauchwasser für einen ressourcenschonenden Betrieb. Für das Gebäude wird eine klimaaktiv Silber-Zertifizierung angestrebt.
Mit der Gleichenfeier wird deutlich: Das Projekt liegt im Zeit- und Kostenplan und entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Vorzeigeprojekt des österreichischen Justizbaus.