Dachgleiche im fertigen Haus

Die Pandemie hat so einiges durcheinandergebracht – auch bei den Anlässen, wann auf einer Baustelle gefeiert wird. Ein richtig kurioses Beispiel: Erst jetzt, einige Monate nach der Fertigstellung und Übergabe, konnte die Gleichenfeier für das USTEM-Gebäude der TU Wien stattfinden. Am 27. April überreichten Thomas Glanzer, Leiter des Unternehmensbereichs Universitäten, und TU-Wien-Vizerektor Josef Eberhardsteiner Bauleiter Martin Knittelfelder von der Baufirma Granit das symbolische Gleichengeld.

Über das Bauprojekt 

Der 3.000 m² große, energieautarke Neubau im Wiener Prater beherbergt Labor- und Büroräume der Fakultät für Physik. Ein Hauptnutzer des neuen Institutsgebäudes ist die "Universitäre Service-Einrichtung für Transmissionselektronenmikroskopie", kurz: USTEM. Im 1.000 m² großen Untergeschoß werden alle zugehörigen Labor- und Messräume und die empfindlichen Rasterelektronenmikroskope untergebracht. Um die hochsensiblen Messgeräte nicht zu beeinflussen, erfolgt eine strikte Trennung zu erschütterungs- und magnetfeldintensiven Teilen wie dem Traforaum oder dem Niederspannungshauptverteiler. Die Messräume verfügen zudem über entkoppelte Fundamente um erschütterungsfreie Messungen durchführen zu können. In den vier Stockwerken darüber befinden sich Büroräume und Kommunikationszonen, im dritten Obergeschoß wurde die Haustechnikzentrale inklusive der Lüftungsanlage für die Büroräume untergebracht.

Der vom Wiener Architekturbüro AE30 Architekten geplante Neubau entsteht direkt neben dem seit den 1960er Jahren bestehenden Atominstitut der TU Wien in der Stadionallee. In seiner Form und Proportion orientiert sich das neue Institutsgebäude an seinem älteren Nachbarn, ist von diesem aber technisch und funktional völlig unabhängig. Das Labor- und Bürogebäude wird im Niedrigstenergiehaus-Standard errichtet. Die optimierte Gebäudehülle dient zur Minimierung des Heiz- und Kühlbedarfs. Weitere Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung bei den Lüftungsanlagen, eine Nachtlüftung, LED-Beleuchtungen oder energieeffiziente Bürogeräte minimieren den Energiebedarf zusätzlich. Der übrige geringe Energiebedarf soll zum Großteil durch eine 520 m² große Photovoltaikanlage direkt vor Ort gedeckt werden, was das neue Institutsgebäude nahezu energieautark macht.