Innovation³ am Campus Inffeldgasse
Im Zuge des Forschungsprojekts CircCon wird unser erstes EU-taxonomiekonformes Sanierungsvorhaben unter Einsatz von BIM abgewickelt.
Am Campus Inffeldgasse der TU Graz entsteht ein Pilotprojekt mit höchsten Innovationsgrad: unser erstes EU-taxonomiekonformes Sanierungsvorhaben, das unter Einsatz von Building Information Modeling (BIM) abgewickelt wird. Das Bestandsgebäude aus den 1970er-Jahren wird ab Sommer 2026 als Referenzobjekt für das von der FFG finanzierte Forschungsprojekt CirCon (Circular Construction) modernisiert, begrünt und energieeffizienter gemacht – das Grazer Architekturbüro eep architekten wurde mit der Sanierung betraut. Die Fertigstellung ist für Anfang 2028 geplant.
Im Zentrum von CirCon steht die EU-taxonomiekonforme und kreislauffähige Sanierung von Bestandsbauten – unter dem Einsatz digitaler Methoden und Werkzeuge. Während der vergangen beiden Forschungsjahre wurde durch CircCon interdisziplinäre Expertise gebündelt und konsequent die Brücke zwischen Forschung und Praxis geschlagen: Besonders wertvoll war ein regelmäßiger fachlicher Austausch zwischen den Forschungspartnern OFI, AEE intec und pde mit dem Projektteam der BIG.
Christine Dornaus: "Die Sanierung der Inffeldgasse 12 basiert auf einem Forschungsprojekt, bei dem wir dieses typische 70er-Jahre-Gebäude auf sein Potenzial für kreislauffähiges Bauen untersucht haben. Dementsprechend verspricht die Modernisierung nicht nur ein zeitgemäßes, einladendes Erscheinungsbild, sondern eine möglichst bestandsschonende und langfristige Weiternutzung. Die Adaptierungen sind so geplant und die Materialien so gewählt, dass das Gebäude an seinem Lebensende recyclingfähig sein wird. Aus den Erfahrungen, die wir bei diesem Bauprojekt machen, werden wir für künftige Projekte lernen."
Architektonisch steht die Neugestaltung des Eingangsbereichs zu einem einladenden, klar erkennbaren und barrierefreien Ankunftsort im Mittelpunkt. Ein neues, mit integrierten Photovoltaikelementen ausgestattetes Vordach macht den Haupteingang als solchen erkennbar, außerdem laden Sitzmöbel im Innen- und Außenbereich zum Austausch ein. Die neue Holzfassade, die der bestehenden Fassade vorgesetzt wird, bekommt eine blaugrüne Lasur und Aluminiumelemente. Die gezielte Beschattung mit neu gepflanzten Bäumen und eine neue thermische Hülle mit außenliegendem Sonnenschutz machen das Gebäude energieeffizienter. Das Gebäude ist an die campusinterne Fernwärme und den zentralen Kälteverbundring der TU Graz angeschlossen.
Sanierung, Digitalisierung und EU-Taxonomie
Das 70er-Jahre-Gebäude dient damit als Pilot für das Zusammenspiel von drei wesentlichen Themen: Sanierung, Digitalisierung und EU-Taxonomie. Ziel ist es, sowohl die Umsetzung als auch die standardisierte und transparente Nachweisführung für künftige Sanierungsprojekte zu verbessern.
Zentral war die Entwicklung eines universell anwendbaren Taxonomie-Analysetool, das die erforderlichen Nachhaltigkeitskennwerte – von betrieblichen CO₂-Emissionen bis zur grauen Energie – erfasst. Diese wurden direkt in die BIM-Modelle integriert, welche BIG-intern (Wolfgang Malzer, Hannes Asmera, Elke Preisitz-Mathoi) in Kooperation mit pde entwickelt wurden. BIM wird nun erstmals gezielt in der Bestandssanierung und auf den "Anwendungsfall Nachhaltigkeit" eingesetzt und schafft eine fundierte Planungsgrundlage, welche die erforderlichen Taxonomieziele berücksichtigt. Das bringt einen besonderen Mehrwert: Ökologische Kennwerte, Materialkreisläufe und Nachweise können so systematisch erfasst werden.
Instituts für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation, des Instituts für Hochfrequenztechnik, Instituts für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation, des Instituts für Elektronik,
Neben Hörsälen, Seminarräumen und Büros befinden sich hier auch einzelne Einrichtungen von vier Instituten: Labore und Testeinrichtungen des Instituts für Elektronik, des Instituts für Hochfrequenztechnik und des Instituts für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation sowie die Satelliten-Bodenstation des Instituts für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation – hier wurden beispielsweise die Satelliten TUGSAT-1, OPS-SAT und PRETTY gebaut.