Karl-Franzens-Universität Graz

Universitätsbibliothek Graz

Universitätsplatz 3, 8010 Graz
Universitätsplatz 3, 8010 Graz

Universitätsbibliothek KFU Graz

Sanierung und Erweiterung

Die BIG erneuert den zentralen Wissensspeicher der Karl-Franzens-Universität in Graz von A bis Z. Seit der Eröffnung des Gebäudes im Jahr 1895 wurde die Bibliothek rund um den denkmalgeschützten Lesesaal immer wieder baulich erweitert. Mit rund 4 Millionen Büchern und anderen Informationsträgern ist die Universitätsbibliothek die größte Bibliothek der Steiermark. Ziel der Sanierung und Erweiterung ist, neben attraktiven und zeitgemäßen Bibliotheksflächen zusätzliche Lernplätze, einen großen Hörsaal mit 430 Sitzplätzen und ein Studierenden-Service-Center zu errichten. Außerdem soll der Vorplatz attraktiv gestaltet werden. Der europaweite Architektur-Wettbewerb lief von Anfang Mai bis Anfang September 2015. Als Sieger ging das Atelier Thomas Pucher ZT GmbH hervor.

Um eine moderne Universitätsbibliothek zu schaffen, werden einerseits Zubauten entfernt und der historische Bestand wieder sichtbar gemacht und betont. Hierfür wird der nördliche Bau aus den 70er Jahren abgebrochen und die historische Fassade aus dem 19. Jahrhundert freigelegt. Andererseits wird das Gebäude funktionell neu strukturiert und durch eine moderne zweigeschossige Aufstockung ergänzt. So gibt es eine klare Trennung zwischen Neubauteilen und denkmalgeschütztem Bau. Der schwebende Balken ragt auf der Nordseite des Gebäudes über die neu entstandene Freifläche hinaus (18 m). Es entsteht eine Freifläche im Zentrum der Verbindungs- achsen des Campus, die sowohl Engstellen reduziert als auch Orientierung schafft. Zwischen Bibliothek und Hauptgebäude entsteht ein großzügiges, gläsernes Foyer. Es ist sowohl Hauptzugang zur Bibliothek als auch Nebeneingang zum Hauptgebäude und kann auch als Multifunktions- und Veranstaltungsraum genutzt werden. Im gesamten Gebäude wird es 650 Lese- und Lernplätze für Studierende geben.

Insgesamt wird auf nachhaltige Bauweise und ökologische Energieformen großes Augenmerk gelegt. Die Gebäude sind unter anderem mit der Möglichkeit der natürlichen Lüftung sowie mit einer Komfortlüftung samt Wärmerückgewinnung ausgestattet. Zusätzliche Kühlung der Aufstockung bringt die Bauteilaktivierung der Betondecken.

Teil der umfassenden Modernisierung der Universitätsbibliothek ist auch ein Kunstprojekt im Rahmen von BIG ART. Den dafür ausgelobten Kunst  & Bau-Wettbewerb hat die Wiener Künstlerin Anna Artaker mit ihrem Projekt "Perspectiva Practica" gewonnen. Eine historische Illustration zum perspektivischen Zeichnen wird auf architektonische Dimensionen vergrößert und als Sgraffito händisch auf die Untersicht des auskragenden Neubauteils übertragen.

Läuft alles nach Plan wird die neue Bibliothek Mitte 2019 an die Universität übergeben.

Visualisierungen: Atelier Thomas Pucher ZT GmbH

Baubeginn
Q4 2016
Geplante Fertigstellung
Q3 2019
Website
Live-Bilder vom Umbau

Bibliothek Karl-Franzens-Universität

Wettbewerb

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Generalplanerleistungen zur Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für die Sanierung und Erweiterung der Karl-Franzens-Universität am Standort Universitätsplatz 3A / Bibliothek.

Die Sitzungen des Preisgerichts fanden am 08. und 09. Oktober 2015 statt. Als Gewinner ging das Atelier Thomas Pucher ZT GmbH, Graz hervor.

1. Preis = Gewinner

Projekt 34 / Kennzahl 290569
Atelier Thomas Pucher ZT GmbH, Graz

Auszug aus dem Juryprotokoll

Das Projekt zeichnet sich in den einzelnen in der Ausschreibung angeführten Kriterien wie folgend beschrieben aus:

Städtebauliche Kriterien

Durch die vorgeschlagene Konfiguration der Gebäudeelemente ergibt sich eine klare städtebauliche Präzisierung und Schwerpunktsetzung auf einem neugeschaffenen Campusplatz.
Die Entflechtung und Freistellung der historisch gewachsenen Addition der Bauteile macht nicht nur die zeitliche Abfolge der gewachsenen Struktur wieder ablesbar, sondern weist gleichermaßen klare funktionale Zuordnungen aus.
Im Gesamteindruck wird ein neuer zeitgemäßer Ausdruck für den gesamten Universitätsstandort artikuliert. 
Es gelingt die Aufenthaltsqualität im Außenraum für verschiedene Benutzergruppen zu steigern, Bewegungsströme zu klären und auch das RESOWI mehr in den Campus einzubinden.
Bei gleichzeitiger Betonung der Heterogenität gelingt die Anbindung an den Bestand mit großer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit.
Aus denkmalpflegerischer Sicht wird darüber hinaus der Baukörper des historischen Bibliotheksgebäudes wieder dem Blick von außen freigestellt und wirkt so ikonographisch in der Gesamtdefinition des neuen Campusplatzes mit.
Der gesamte Außenbereich wird und wirkt dadurch großzügiger und nutzt somit das Grundstück besonders effizient.
Der architektonische Ansatz besticht durch seine Klarheit und konzeptuelle Konsequenz, die sich auch im Inneren des Gebäudekonvoluts und seiner Funktionen ausdrückt.
Funktionale Kriterien

Der Entwurf überzeugt in seiner Funktionalität vor allem durch die konsequente funktionale Entflechtung und deren nachvollziehbare Zuordnung zu einzelnen Bauteilen. 
Die Nutzungszuordnung wird nun auch mit jeweils bestimmten Baukörpern verknüpft: der Bibliothekszubau bildet die Klammer über allen Bauteilen und erhält dadurch auch besondere Präsenz.
Positiv wird auch die Zuordnung und Anbindung der Studien – und Prüfungsabteilung im nunmehr frei gestellten, eigenständigen „Domenig –Bau“ gesehen. Alle Bau- und Funktionseinheiten sind untereinander in guter Orientierbarkeit organisiert und darüber hinaus übersichtlich an den Hauptkomplex angeschlossen.
Die Flächenbilanz entspricht dem geforderten Ausmaß.Die funktionellen Zuordnungen sind entsprechend dem Raumprogramm nachgewiesen, die funktionelle Qualität besteht jedoch auch insbesondere in der Nutzungsrobustheit und nachhaltigen Veränderbarkeit von Nutzungen und Funktionsabläufen, die eine jeweilige Adaptierbarkeit an veränderte Anforderungen in hohem Ausmaß zulässt.
In diesem Sinn ist auch eine Feinabstimmung hinsichtlich der einzelnen Funktionsabläufe mit dem Nutzer im Rahmen der Projektentwicklung weiterzuentwickeln.
Ökonomische, ökologische Kriterien / Nachhaltigkeit

Die Wirtschaftlichkeit des Projektes stellt sich in der Klarheit der Bauteile und somit Klarheit und Ökonomie der Maßnahmen bei den einzelnen Bauphasen, erforderlichen Sanierungen, Adaptierungen und Verschneidungen mit Bestand und Umfeld dar. 
Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit ist die geringe Hüllfläche bei gleichzeitig maximaler Tageslichtqualität und entsprechend abgestimmtem ökologischem Konzept zu betonen. Maßnahmen der Energieeffizienz und ökologischen Materialwahl werden in verschiedenen Optionen und Varianten plausibel angeboten.
Die bereits angeführte Nutzungsrobustheit stellt in diesem Zusammenhang auch eine nennenswerte Qualität im Sinne der Nachhaltigkeit dar.

 

2. Preis: Projekt 21 / Kennzahl 006915, Buerger katsota zt GmbH, Wien

 

3. Preis: Projekt 04/ Kennzahl 060983, ARGE Maurer - balloon, Hollabrunn

Verfahrensbetreuung

Büro Kampus
Herrengasse 28/I
8010 Graz 
T +43 316 81 80 85-0
F +43 316 81 80 85-9
office(at)kampus.at

 
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