Mehr Flächen für Kunst­universi­tät Graz

Gelbgoldene Lamellen, die an die Saiten eines Klaviers oder einer Harfe erinnern, schmücken künftig das Institutsgebäude der Universität für Musik und darstellende Kunst in der Grazer Brandhofgasse 21. 

Der Entwurf des Grazer Architekturbüros Tritthart + Herbst überzeugte die elfköpfige Jury unter dem Vorsitz des Architekten Peter Riepl. Im Rahmen eines EU-weiten, offenen, einstufigen Realisierungswettbewerbs. Im Zuge der Erweiterung wird das Institutsgebäude am Campus Palais Meran aufgestockt und mit dem Bibliotheksgebäude über einen Zubau verbunden. 

Hell und einladend soll das Gebäude nach dem Umbau werden. Dafür setzen die Architekten auf eine gläserne Fassade mit goldgelben Lamellen, die Einblicke in den Bestand und in einen zusätzlichen Ensembleraum gewährt. Das großzügige Foyer, in das Kommunikationszonen und eine Cafeteria integriert werden, erschließt die beiden Gebäudeteile über drei Stockwerke. In der Aufstockung finden zusätzliche Unterrichtsräume Platz. 

Von den geplanten klimatechnischen Maßnahmen profitieren nicht nur die Studierenden und Lehrenden, sondern auch die empfindlichen Instrumente. Eine mechanische Be- und Entlüftungsanlage sorgt für angenehm tempererte Luft. Zusätzlich werden die Ensembleräume mittels Dampf befeuchtet, um den Spielbetrieb im Winter zu gewährleisten. Sie und die Übungsräume werden überdies akustisch optimiert. 

Der Umbau lindere die Raumnot der Universität und optimiere die Qualität bestehender Rauminfrastruktur, so Vizrerektor Eike Straub. Als besonders positiv hebt er die Gestaltung hervor: "Die im Grundriss des Institutsgebäudes angedeuteten baulichen Reminiszenzen an die Musik werden in die vertikale Ansicht übersetzt und auf diese Weise verstärkt und besser sichtbar gemacht." 

Den Architekten gelänge es, den Bestand im Inneren mit gezielteen Eingriffen zu öffnen, begründet die Jury ihre Entscheidung: "Durch die Einbeziehung der Passage entsteht ein großzügiges Entree und die dementsprechende Vorzone für die strategisch klug positionierten Veranstaltungsräume. Eindrücklich ist die neue lichtdurchflutete Erschließung der Obergeschosse, die räumlich wie atmosphärisch der besonderen Bestimmung des Hauses (öffentliche Kunstuniversität) entspricht." 

Erste bauliche Maßnahmen im Rahmen des 15-Millionen-Euro-Projekts sind bereits Ende des Jahres geplant.