Ilse Wallentin Haus BOKU

Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien
Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien

Ilse Wallentin Haus - Seminargebäude in Holzbauweise für die BOKU

Neubau

Das Ilse Wallentin Gebäude, das die Bundesimmobiliengesellschaft für die Universität für Bodenkultur Wien im 19. Bezirk errichtet hat, beherbergt auf einer Nutzfläche von 3.100 m² zehn Seminarräume für 500 Studierende, eine Bibliothek mit 100 Leseplätzen und 40 Institutsräume. Der Neubau besteht aus vier Obergeschossen, die bis auf einen Betonkern komplett aus vorgefertigten Holzelementen konstruiert sind, einem Betonsockel und einem Untergeschoss. Der Hauptzugang liegt im etwas erhöhten Erdgeschoss und ist auch über eine Verbindungsbrücke vom benachbarten Schwackhöferhaus aus erreichbar. Vom großzügigen Foyer gelangt man direkt zu einem Seminar- und Veranstaltungsraum für bis zu 200 Personen. Im Erdgeschoss sind Verkaufseinheiten für einen Mensashop und eine FoodCoop der ÖH eingerichtet. Für die Bibliothek mit 100 Leseplätzen ist der Großteil des ersten Obergeschosses reserviert. Benannt ist das Seminarzentrum nach Ilse Wallentin. Sie hat 1924 als erste Frau an der Universität für Bodenkultur promoviert.

Die Entscheidung für den Baustoff Holz machte es möglich, das mit klimaaktiv Gold bewertete Seminargebäude in nur 14 Monaten zu errichten. Energetisch wird durch die Kombination des hohen Energiestandards der Gebäudehülle mit der hocheffizienten Ausführung der Haustechnik bereits Niedrigstenergiegebäudestandard erreicht. Geheizt wird über Fernwärme; die Wärmerückgewinnung der Lüftungssysteme wird zur Unterstützung der Heizung genutzt, dies trägt zu einem sehr niedrigen Gesamtheizwärmebedarf bei. Mit einem sehr niedrigen Ausstoß von CO2 trägt das Gebäude zum Klimaschutz bei. In der ökologischen Gesamtbewertung hat der Neubau – nicht zuletzt dank des Einsatzes von Holz als Baustoff – nur geringe Auswirkungen auf die globale Umwelt.

Alle Fotos: Hannes Buchinger

Baubeginn
April 2019
Fertigstellung
Juni 2020
Visualisierungen
SWAP Architekten
Nettoraumfläche
4.400 m²
Live-Bilder von der Baustelle

Neubau für die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien

Wettbewerb

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Generalplanerleistungen zur Erlangung von Vorentwurfskonzepten für den Neubau der Universität für Bodenkultur Wien am Standort 1190 Wien, Peter Jordan Straße 82.

Die Sitzungen des Preisgerichts fanden am 07. und am 08.11.2017 statt. Als Gewinner ging die Bietergemeinschaft SWAP+DELTA hervor.

1. Rang = Gewinner

Projekt 36: Bietergemeinschaft SWAP+DELTA, 1070 Wien

Auszug aus dem Juryprotokoll

Ein kompakter 4-geschoßiger Baukörper wird so auf einem massiven Sockelgeschoß situiert, dass östlich zum bestehenden Schwackhöferhaus ansprechende Freiflächen aufgespannt werden und gleichzeitig südwestlich eine angemessene Eingangssituation ausformuliert wird. Der offen konzipierte Foyerbereich vermittelt über das Gebäude hinaus und bildet die kommunikative Schnittstelle im Inneren für alle Nutzer. Mittels eines zentral situierten Treppenhauses, welches durch ein Atrium zusätzlich belichtet wird, werden die Nutzer attraktiv in die Obergeschoße geführt. Aufgrund der internen Organisation der Funktionen nimmt die Frequenz nach oben hin stetig ab. Die Zugänglichkeit der im 1. OG situierten Bibliothek wird darüber hinaus zusätzlich vom Foyer aus über eine offene, einläufige Treppe organisiert. Die als Regelgeschoß konzipierten Obergeschoße überzeugen die Jury nicht nur in ihrer klaren, konstruktiven Logik, sondern auch mit ihren räumlichen, der Aufgabe angemessenen Qualitäten.

Die intelligente Differenzierung der Deckenkonstruktionen (Holzrippendecke im EG bzw. OG und Schichtholzdecken in den darüberliegenden Regelgeschoßen) lässt eine, der Nutzung entsprechende Atmosphäre entstehen, die sinnstiftend auf die Nutzerinnen und Nutzer wirksam wird. Gleichzeitig bietet die gewählte, wirtschaftliche Konstruktion ein hohes Maß an Flexibilität. Darüber hinaus wird das Erscheinungsbild und die positive Anmutung des neuen BOKU-Gebäudes von der Jury als zeitgemäßes „Holzbau“-Statement gelobt, welches den notwendigen Akzent im heterogenen städtebaulichen Umfeld setzt, ohne dabei zukünftige Entwicklungsszenarien zu blockieren.

 

2. Rang: Projekt 23, DI Arch. Bernhard Marte, DI Arch. Stefan Marte, 6800 Feldkirch

3. Rang: Projekt 28, Triendl und Fessler Architekten ZT OG, 1060 Wien

Anerkennung: Projekt 20, Riepl Kaufmann Bammer Architektur GbR, 1020 Wien

Anerkennung: Projekt 35, Architekturbüro DI Michael Schluder, 1210 Wien

Anerkennung: Projekt 46, Schenker Salvi Weber ZT GmbH, 1070 Wien

Verfahrensbetreuung

ZT DI Andrea Hinterleitner
Ditscheinergasse 4/12, 1030 Wien
T +43 1 877 48 11
F +43 1 877 48 54 
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