Sanierung der Akademie der bildenden Künste

Schillerplatz 3, 1010 Wien, Österreich
Schillerplatz 3, 1010 Wien, Österreich

Akademie der bildenden Künste

Der Hauptstandort der Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz ist nicht nur künftigen Kunstschaffenden eine Heimat, sondern wurde von Architekt Theophil Hansen als Gesamtkunstwerk konzipiert: vom großen Ganzen des Baus bis hin zu Details wie Türgriffen und Fenstergittern trägt die Akademie seine Handschrift. Zwischen 1872 und 1877 wurde die Kunsthochschule am Schillerplatz realisiert; seit 2017 wird sie nun in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt aufwändig saniert und erweitert. 

So erhält das Kupferstichkabinett für seine umfangreiche Sammlung im zweiten Hof des Gebäudes ein unterirdisches Depot. Vorgelagert ist ihm ein Lesebereich mit Oberlichte, so dass genügend Tageslicht ins Innere gelangt. Für den Einbau mussten zunächst alle Fundamente freigelegt und gesichert werden. Das machte auch die Verlängerung eines bestehenden unterirdischen Ganges notwendig und eine bauliche Besonderheit: das vorhandene Stiegenhaus wird - entgegen herkömmlicher Vorgehensweise - von oben nach unten verlängert. 

Während die Raumstruktur der Akademie weitgehend unverändert bleibt, wird die gesamte Haustechnik des rund 17.800 Quadratmeter großen Gebäudes ebenso erneuert wie die Sanitäranlagen. Am aufwändigsten gestaltet sich aber die Generalsanierung der Wände und Böden im Inneren und der markanten Außenfassade mit ihren zahllosen detailreichen Terrakottafiguren und den von August Eisenmenger gestalteten Fresken mit allegorischen Figuren an der zum Getreidemarkt hin orientierten Rückseite des Gebäudes. Sowohl im Inneren wie auch an der Außenseite der Akademie wird im Sinne der Erhaltung der kunsthistorisch bedeutsamen Arbeiten auf historische Techniken und Materialien zurückgegriffen. Das bedeutet auch ein behutsames Angleichen der Gebäudeteile, die sich nach einem schweren Bombentreffer am Ende des Zweiten Weltkrieges und einem darauffolgenden raschen Wiederaufbau in unterschiedlicher Weise darstellten. 

Im Sinne besserer Energieeffizienz wird eine energiesparende Heizungsanlage eingebaut und sämtliche Fensterflächen erneuert. Letztere werden vor Ort saniert und die Verglasung im Sinne einer thermischen Verbesserung erneuert. Ein aufwändiges Unterfangen angesichts der großen Anzahl unterschiedlicher Fenstertypen in verschiedenen Materialien, die nun optisch einander angeglichen werden.

Für die Dauer der Sanierungsarbeiten bezog die Akademie der bildenden Künste mehrere Ersatzquartiere, etwa die alte Wirtschaftsuniversität im neunten Bezirk. Die Gemäldegalerie ist mitsamt des  weltberühmten Hieronymus Bosch-Altars ("Weltgerichts-Tryptichon") während der Sanierungsarbeiten zu Gast im Theatermuseum.

Baubeginn
Q4 2017
Fertigstellung
Q2 2020
Investitionen
rund 40 Mio. Euro