Centrum für Chemie und Biomedizin

Innrain 80, 6020 Innsbruck
Innrain 80, 6020 Innsbruck

Centrum für Chemie und Biomedizin

Neubau

Die Leopold-Franzens-Universität und die Medizinische Universität Innsbruck haben einen neuen gemeinsamen Standort. Auf 35.000 Quadratmetern sind die Bereiche Chemie, Pharmazie und Theoretische Medizin untergebracht.

Nach rund drei Jahren Bauzeit lehren, lernen und forschen rund 1.300 Studierende und über 500 Wissenschaftler in dem neuen Universitätsgebäude am Inn. Es stellt eine sichtbare Verknüpfung der beiden Innsbrucker Universitäten im Bereich der Life Sciences dar. In dem modernen Arbeitsumfeld wird die wissenschaftliche Kompetenz intensiv gefördert und der Forschungsstandort Innsbruck gestärkt.

Durch die kompakte Gestaltung des Gebäudes konnte ein Teil des Grundstücks unverbaut bleiben und zu einem Vorplatz ausgestaltet werden, über den die Universitäten vom Fuß- und Radweg der Innpromenade aus erreichbar sind. Die Metallfassade ist in perlweiß gehalten, die darin eingelassenen Sonnenschutzgläser in Goldtönen. Je nach Blickwinkel und Witterung wechselt die Außenhülle ihre Farbe von weiß zu goldfarben. Spiegelungen in den Gläsern und diffuse Reflexionen auf den Metallplatten lassen die Fassade immer wieder anders erscheinen.

Das zweigeschoßige und durch ein Glasdach mit Tageslicht durchflutete Foyer bildet das Zentrum, das beide Bauteile miteinander verbindet. Darum gruppieren sich vom Erdgeschoß bis in das erste Obergeschoß alle gemeinsam genutzten Räume wie Mensa, Hörsäle, Seminarräume und Unterrichtslabore. Ab dem zweiten bis zum vierten Obergeschoß sind die beiden Universitäten in zwei getrennten Baukörpern untergebracht.

Weitläufige Fensterfronten und Innenwände aus Glas prägen das innere Erscheinungsbild wesentlich. Die transparente, offene Gestaltung bringt nicht nur viel Tageslicht, sondern soll auch die Kommunikation zwischen beiden Universitäten, ihren Forschern und Studierenden fördern. Um an ihren Arbeitsplätzen die erforderliche, hohe Luftqualität gewährleisten zu können, wurden besonders leistungsstarke Anlagen zur Luftumwälzung eingerichtet. Pro Stunde werden etwa 400.000 Kubikmeter Luft umgewälzt – das entspricht der Luftmenge von Raumluftgeräten für rund 500 Einfamilienhäuser. Die dabei generierbare Wärmerückgewinnung zur Temperierung der Räume liegt bei 85 Prozent.

Auch die Kühlung der Forschungsgeräte, Labors und weiteren Räume ist sehr anspruchsvoll. Um das komplexe Kühlsystem effizient betreiben zu können, wurde ein eigener Grundwasserbrunnen angelegt, durch den bis zu 80 Prozent der nötigen Kühlleistung abgedeckt werden. Zusätzlich kann aus diesem Brunnen das Wasser für die Besprinklerung des gesamten Gebäudes gewonnen werden.

Fotos: Günter Richard Wett

Baubeginn
Q3 2008
Fertigstellung
Q2 2012
Architektur
Universität Innsbruck
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