BG/BRG Sillgasse

BG/BRG Sillgasse

Sillgasse 10, 6020 Innsbruck
Sillgasse 10, 6020 Innsbruck

Die BIG investiert im Auftrag des Bildungsministeriums insgesamt rund 28 Millionen Euro, um den Schülern sowie dem Lehrpersonal eine moderne, den heutigen pädagogischen Anforderungen entsprechende Lehrstätte zu errichten. Darum sind seit kurzem die Bagger am Werk. Bis in den Sommer werden fast 40.000 Tonnen Material abgetragen und entsorgt. Nach dem Abbruch des Gebäudes erfolgt der Aushub der neun Meter tiefen Baugrube. Dabei sind dann noch einmal rund 14.000 m³ Erdmaterial abzutransportieren. In den vergangenen Wochen wurden im Inneren des Schulhauses bereits Vorarbeiten durchgeführt, also alle demontierbaren Teile abgenommen und die zurückgelassenen Einrichtungsgegenstände entfernt.

Die Baustelle ist eine enorme logistische Herausforderung. Aufgrund der Innenstadtlage gibt es kaum Flächen für die Einrichtung und Lagerung von Materialien. Auch die Baugrube muss zu den umliegenden Gebäuden entsprechend gesichert werden.

Insgesamt sehen die Pläne von SOLID architecture aus Wien rund 10.350 m² Fläche auf zwei unter- und fünf oberirdischen Geschoßen vor. Über den Eingangsbereich mit Aufenthaltszone sind im Erdgeschoß künftig Mehrzweck- und Bewegungsraum sowie die Nachmittagsbetreuung und der Speiseraum zu erreichen. Die Schule wird aus dem ersten Obergeschoß aus geleitet, wo sich auch die Lehrer vorbereiten oder Schularbeiten verbessern. Darüber hinaus werden einige Klassen im ersten Obergeschoß untergebracht. Weitere Klassen und die Sonderunterrichtsräume sind in den Obergeschoßen zwei bis vier nach dem Clustersystem angeordnet. Mehrere Klassen teilen sich also einen großzügigen Gangbereich für klassenübergreifendes Arbeiten oder in Pausen. In den beiden unterirdischen Stockwerken werden zwei Turnsäle samt Nebenräumen, die Zentralgarderobe und die Haustechnik "vergraben".

Die Schüler und Lehrer des Gymnasiums Sillgasse lernen und arbeiten seit Herbst 2018 in einem Ausweichquartier am Technikareal bei der Universität Innsbruck. Verläuft alles nach Plan, beginnt das Schuljahr 2021/22 im neuen Gebäude am angestammten Standort.

Fotos (Visualisierung): Solid architecture
Fotos (Abbruch): Christian Vorhofer

Baubeginn
März 2019
Baufertigstellung
August 2021
Investitionen
rund 28 Mio. Euro
Architekt

BG/BRG Sillgasse

Erweiterung und Funktionssanierung

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Generalplanerleistungen zur Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für die Erweiterung und Funktionssanierung des BG/BRG Sillgasse, am Standort Sillgasse 10, 6020 Innsbruck.

Die Sitzungen des Preisgerichts fanden am 03. und 04. Oktober2015 statt. Als Gewinner ging SOLID architecture ZT GmbH hervor.

1. Preis = Gewinner

Projekt 74 / Kennzahl 210915
SOLID architecture ZT GmbH, Wien

Auszug aus dem Juryprotokoll

Städtebau
Das Projekt überzeugt durch seine kluge städtebauliche Einbettung der Baukörper in ein heterogenes, innerstädtisches, sehr dichtes und verkehrsbelastetes Grundstück.

Hiezu werden einerseits die chronologisch in Etappen entstandenen Bestandsgebäude der Schule zur Gänze abgerissen, andererseits die Blockrandverbauung neu interpretiert :

Die durch Verschränkung mit dem Stadtraum entstehende Dreiteiligkeit definiert die jeweils angrenzende städtebauliche Situation neu:

entlang der Sillgasse bleibt die Gebäudeflucht zugunsten eines breiteren Gehsteigs zurück und erlaubt durch Verschwenkung eine atmosphärische und tatsächliche Aufweitung, wobei der Blick auf das Palais Pfeiffersberg freigestellt wird und ein von der Sillgasse weggedrehter überdeckter Eingangsbereich mit einer grosszügigen Vorzone am Platz entsteht.
im unmittelbaren Platzbereich wird ein zweiter überdeckter Eingang angeboten, der besonders den erdgeschossig angelagerten Funktionen der Nachmittagsbetreuung zugeordnet ist. Die trapezförmigen Einschnitte in die Fassade stellen einen Bezug mit der Massstäblichkeit des Gegenübers her, und haben gleichzeitig räumliche Aufwertungen im Innenbereich zur Folge.
Schließlich gelingt es durch einen neuerliche Baulinienknick eine weitere Stirnfassade freizustellen und somit eine tatsächliche platzartige städtebauliche Figur neu zu definieren, die durch eine Aufweitung im Verbindungsbereich Paul-Hofhaimergasse zusätzlich aufgewertet wird.
Durch diese Massnahmen werden auch im Innenhofbereich Aufweitungen erreicht und auch optische Querdurchlässigkeit in allen Geschossen ermöglicht.

Architektonische Kriterien
Die Segmentierung des Gebäudekörpers bewirkt einen vielfältigen räumlichen Eindruck, der sich sowohl nach Aussen, als auch durch dreidimensionale Erlebbarkeit des Innenraumes als erfolgreich bestätigt.

Die Ausbildung von Sitzerkern, die sich sowohl im Bereich der Klassen als auch der Sonderräume in der Fassade abzeichnen, wird funktional begrüßt, der Gesamteindruck der Fassade als noch nicht hinreichend entwickelt beurteilt.

Das Layout der Grundrisse hebt sich deutlich vom klassischen Gangsystem ab und bietet somit Raum für innovative pädagogische Lehransätze und Aufenthaltsqualitäten.

Funktionale Kriterien
Insgesamt stellt sich der Entwurfsansatz als funktional gelungen dar:

Im Erdgeschoss werden Funktionen der Nachmittagsbetreuung ,einschließlich Bewegungsraum, Bibliothek und Mehrzweckraum angeboten ,jeweils durchgesteckt vom Platzraum zum Innenhof.
Bibliothek und Mehrzweckraum lassen sich jedoch auch problemlos außerschulisch nutzen, werden von Platz, Eingängen und Aula umschlossen und bieten nach aussen das Bild einer belebten Erdgeschosszone.
In den einzelnen Geschossen bilden die beiden äußeren Gebäudeteile in allen Geschossen jeweils die Cluster, die sich nicht nur durch besondere Flexibilität auszeichnen, sondern auch jegliche Gangassoziation räumlich vermeiden und funktional von Durchgangserschließung freihalten.
Die den Clustern im Innenhof vorgelagerten Freiklassen werden zusätzlich positiv gesehen.

Ökonomische Qualitäten
Das Projekt lässt aufgrund seiner Flächeneffizienz bei gleichzeitig nachhaltiger Nutzungsrobustheit einen ökonomischen Lösungsansatz erkennen und wird im Rahmen des vorgegeben Budgets abgehandelt.


2. Preis: Projekt 42 / Kennzahl 418577, Atelier Thomas Pucher ZT GmbH

 

3. Preis: Projekt 81/ Kennzahl 738195, ARGE ARCHITEKTURB(R)AUEREI ZT-GmbH, Innsbruck

 

Anerkennung: Projekt 69/ Kennzahl 010286, Caramel Architekten zt gmbh


Anerkennung: Projekt 31/ Kennzahl 030314, Architekt DI Michael Kritzinger


Anerkennung: Projekt 61 / Kennzahl 522522, MEGATABS architekten ZT GmbH


Anerkennung: Projekt 3 / Kennzahl 504418, POOS ISENSEE Architekten BDA

Verfahrensbetreuung

Florian Lutz . Daniela Amann . Architekten
Ziviltechnikergesellschaft OG
Sonnenstrasse 18, 6020 Innsbruck
T + 43 512 585711
F + 43 512 585711-20
office(at)amann-lutz.at

 
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