Eröffnung der Kunstuniversität Linz

"Jedes historische Bauwerk ist zunächst eine gewaltsame Überwindung seiner Natur, um über die Diagnose 'schlechter Wirklichkeit' auf Dauer eine sinnvolle, zeitgemäße Intervention im Gefüge der Stadt möglich zu machen", konstatierte Architekt Adolf Krischanitz im Rahmen der Eröffnung des Linzer Brückenkopfgebäudes Ost. Das ist nun mit der Sanierung und Adaptierung für die Kunstuniversität Linz gelungen.

Eine sensible Bauaufgabe, denn aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte waren die beiden Brückenkopfgebäude lange Zeit umstritten. Sie hätten während des Nationalsozialismus den baulichen Auftakt für eine komplette Umgestaltung der Landeshauptstadt markieren sollen. 

Rechtzeitig zu Beginn des Wintersemesters wurde zunächst der Osttrakt der seit 2015 von der BIG sanierten Gebäude fertiggestellt, der Westttrakt folgt Anfang kommenden Jahres. Damit können nun mehrere Abteilungen und die Bibliothek der Kunstuni an einem innerstädtischen Standort konzentriert werden.

Nach den Plänen von Architekt Adolf Krischanitz wurden die Innenräume adaptiert, die Gebäude durch Dachaufbauten erweitert und Büros für die Universitätsverwaltung mitsamt Rektorat geschaffen. Während die Kunstuniversität Linz die Regelgeschoße bereits im Sommersemester 2017 beziehen konnte, wurden nun auch die Werkstätten im Untergeschoß und die beiden Seminarräumefür je 100 Personen im Dachaufbau fertiggestellt.

Besonderer Blickfang ist dabei seit 2017 der von der Künstlerin Karin Sander im Rahmen eines BIG ART Projekts realisierte "Transzendenzaufzug". Eine gläserner Lift befördert Besucherinnen und Besucher über das Dach des Gebäudes hinaus in rund 30 Meter Höhe von wo aus sich der Ausblick über die oberösterreichische Landeshauptstadt genießen lässt.

Eine weitere Schnittstelle zwischen Universität und Öffentlichkeit in den Räumen der Kunstuni ist die Cafeteria Frédéric. Betreiber Avedis Sisilian setzt auf französische Küche und trifft damit ganz den Geschmack von Rektor Reinhard Kannonier: "Künstlerisch-industrielle Gestaltung und französische Kulinarik unter einem Dach vereint: welch schöne Symbolik für das raffinierte Zusammenspiel von Funktionalität, Ästhetik und Genuss! Mit der Fertigstellung des Brückenkopfgebäudes Ost ist der erste Meilenstein in der langen und nun neu geschriebenen Geschichte der Kunstuniversität im Zentrum von Linz gesetzt. Wie bereits deutlich sichtbar, wird der zweite gegenüber bald folgen...“.

36 Millionen Euro investierten die BIG als Bauherrin und Gebäudeeigentümerin gemeinsam mit Stadt und Land in die Sanierung und Erweiterung der Brückenkopfgebäude. "Mit der Cafeteria Frédéric, dem Transzendenzaufzug und der einladenden hellen Gestaltung öffnet sich die Kunstuniversität der Bevölkerung. Gleichzeitig wird aus den historisch belasteten Häusern ein hochwertiger Universitätsstandort in zentraler Innenstadtlage mit viel Raum für künstlerische Entfaltung und inspirierende Begegnungen", so BIG Geschäftsführer Hans-Peter Weiss über die gelungene Metamorphose der Gebäude.

Kunstuni Linz Café
Transzendenzaufzug

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