Universität Mozarteum Salzburg

Sanierung und Erweiterung

Die Verbindung zwischen der historischen Bausubstanz des seit 1998 wegen bautechnischer Mängel geschlossenen Primogeniturpalastes mit zeitgenössischer Baukultur war die große Herausforderung bei der Sanierung und Erweiterung des Mozarteums. Mitten in der Salzburger Altstadt gelegen mussten die durch die Generalsanierung auf mehrere Standorte verteilten Abteilungen wieder an ihrem angestammten Platz zusammengeführt werden und ein modernes architektonisches Statement abgeben. Bis auf den Rohbau wurde das bestehende Haus entkernt und die denkmalgeschützten Putzfassaden in Anlehnung an die historische Gestalt fachgerecht saniert. Das neue, zur Stadt geöffnete Mozarteum ist mit deutlich mehr Funktionalitäten ausgestattet und bietet den Bedürfnissen der Musik wesentlich mehr Licht und Raum als vor der Sanierung. So geben große Glasfoyers vom Mirabellgarten und Mirabellplatz Einblick in das Universitätsgebäude.

Auf der Seite des Mirabellplatzes ergänzt ein steinerner Solitär als neues Objekt das bestehende Gebäude und empfängt die Besucher mit einer großzügig gestalteten gläsernen Halle. Von dort gelangt man in die neuen, mit modernster Bühnen- und Tontechnik ausgestatteten Veranstaltungsräume, in die Bibliothek und in das Bistro. Insgesamt stehen fünf verschiedene Veranstaltungssäle unterschiedlicher Größe für rund 1.000 Besucher zur Verfügung. Eine frei über dem Foyer schwebende Treppe führt zu den akustisch sorgfältig konzipierten  110 Unterrichts- und 20 Übungsräumen. Das Interieur ist mit natürlichen Stein- und Holzoberflächen angenehm zurückhaltend gestaltet, um die Nutzer und ihre Kunst in den Vordergrund zu stellen.

Im Innenbereich des Solitärs ist das begehbare BIG Art-Kunstwerk „Hymnen, Tropen, Sequenzen“ des österreichischen Künstlers Franz Graf eingelassen. Die kreisförmigen Ornamente aus Metall versetzen den Raum gewissermaßen in Schwingungen und geben ihm eine feine, unverwechselbare Charakteristik.

Im Jahr 2009 wurde das Mozarteum mit dem Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architekten Österreich ausgezeichnet. Aus 132 Einreichungen zum 42. Bauherrenpreis wurden schlussendlich insgesamt 14 Bauten in ganz Österreich ausgewählt.

Facts

Baubeginn: 2. Quartal 2004
Fertigstellung: 4. Quartal 2006

Architektur: Robert Rechenauer

Fotos: Andrew Phelps

Standort

BIG Art Kunst & Bau Projekt