Pädagogische Hochschule NÖ

Erneuerung

Die Pädagogische Hochschule Niederösterreich in der Badener Mühlgasse wird saniert und teilweise neu errichtet. Das Projekt sieht den Neubau von drei Gebäuden rund um den Altbestand vor, der nach Fertigstellung abgebrochen wird. Darüber hinaus werden der Sporttrakt und das Schwimmbad saniert. Insgesamt werden rund 13.600 Quadratmeter Nettogrundfläche neu errichtet oder saniert. Die Bauzeit beträgt rund drei Jahre.

Nach den Plänen von Marte Marte Architekten ist die künftige Pädagogische Hochschule Niederösterreich in vier Gebäude gegliedert, die baulich nicht miteinander verbunden sind. Das „Hochschulgebäude“ ist viergeschoßig und damit das größte. Im Erdgeschoß gelangen Studierende und Lehrende direkt in das großzügige Foyer, das auch als Festsaal genutzt werden kann. Außerdem werden hier die Bibliothek und der große Hörsaal untergebracht. Im ersten und zweiten Obergeschoß finden geschlossene, helle Seminarräume sowie offene Lern- und Kommunikationszonen, die mit mobilen Trennwänden beliebig gestaltet werden können, Platz. Im dritten Obergeschoß befindet sich künftig die Verwaltung der Hochschule mit Büros und Besprechungsräumen für die Bediensteten.
  
Weiters wird die Übungsvolksschule in einem eigenen Haus auf zwei Stockwerken untergebracht. Auch hier soll offen und frei gelernt sowie Bewegungsräume und Rückzugsbereiche geschaffen werden. Genauso wie im Hochschulgebäude entstehen geschlossene Klassenräume – insgesamt neun an der Zahl und zwei Sonderunterrichtsräume – sowie offene Flächen mit mobilen Trennwänden. Diese freien Bereiche dienen neben dem offenen Lernen auch der Nachmittagsbetreuung.

In Neubau Nummer drei, der Mensa, befinden sich Küche und Speisesaal auf einer Ebene. Im Obergeschoß finden eine Dienstwohnung und Haustechnikanlagen Platz.

Die Neubauten sowie der Sporttrakt gruppieren sich um einen großzügigen Campusplatz, der teilweise überdacht wird. Es wird zwar ein großes Dach über den gesamten Platz gespannt, das jedoch in der Mitte einen großen runden Ausschnitt hat. Sitzgelegenheiten machen den Platz zu einem Ort für Lernen oder Pausen im Freien. Darüber hinaus kann der überdachte Teil auch als erweiterter Raum für den Festsaal dienen und ermöglicht damit größere Veranstaltungen während der warmen Jahreszeit. Momentan befindet sich an der Stelle des Platzes noch das Bestandsgebäude, das nach der Fertigstellung der Neubauten abgerissen wird. Somit können die Neubauten während dem laufenden Hochschulbetrieb errichtet werden.

Facts

Baubeginn: 1. Quartal 2015
Fertigstellung: 2. Quartal 2018

Architektur & Visualisierung: Marte Marte Architekten

Fotos: Michael Hetzmannseder

Standort

Wettbewerb

Erneuerung Pädagogische Hochschule NÖ

EU-weiter, offener, 2-stufiger Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Generalplanerleistungen zur Erlangung von Baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für die Erneuerung der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich am Standort A-2500 Baden, Mühlgasse 67.

Die 1. Beurteilungssitzung des Preisgerichtes fand am 08.03.2010 und die 2. Beurteilungssitzung am 15.06.2010 statt.
Als Gewinner ging Marte.Marte Architekten ZT GmbH hervor.

1. Preis

Projekt 13 - Marte.Marte Architekten ZT GmbH

Architekt DI Bernhard Marte
Architekt DI Stefan Marte
Totengasse 18, A-6833 Weiler

Seitens des Preisgerichtes werden dem Vorschlag wesentliche Qualitäten zugeschrieben:

Die bestehenden Gebäude werden zur Gänze abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Vier einzelne Baukörper werden mittels Flug- dächern miteinander verbunden und so zu einem gemeinsamen Karree zusammengefasst. Durch die geringe Höhenentwicklung und die betont gestreckte Silhouette ist eine Positionierung unmittelbar an der Mühl- gasse möglich. Dadurch wird einerseits in überzeugender Weise dem kleinräumlich-vorstädtischen Maßstab entsprochen, andererseits wird vorausschauend mit dem vorhandenen Areal disponiert: es verbleiben hochwertige Freiflächen im Anschluss an den Neubau, gegebenfalls für ein mögliches Erweiterungsprojekt im Norden.

Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch seine sensibel gestalteten Außen- und Innenraumsequenzen aus: es entsteht ein Campus mit unverwechselbarer Atmosphäre. Durch das Absenken des Turnsaales wird die Lagerhaftigkeit des Gesamterscheinungsbildes gestärkt und dem Ensemble ein ihm eigenes spannungsvolles Wechselspiel von Blickbe- ziehungen verliehen. Dennoch wird letzteres im Preisgericht kontro- versiell diskutiert, da in der vorliegenden Projektfassung eine interne witterungsgeschützte Verbindung lediglich im UG angeboten wird.

Die Gebäude der Hochschule und der Praxisschulen sind sehr kompakt und in der inneren Erschließung effizient entwickelt.
Bedauert wird der Mangel an kommunikativen Zonen, die allerdings im Rahmen des Konzepts mit etwas mehr räumlicher Großzügigkeit geschaffen werden könnten.
Die bauliche Umsetzung kann unter Zuhilfenahme einfacher Konstruk- tionsmittel, wie sie der Bauaufgabe sowie dem räumlichen Konzept entsprechen, erfolgen.
Ein großer Vorteil des Projektes liegt in der intelligenten Positionierung des Neubaus, der ohne zwischenzeitliche Behelfsunterkünfte realisiert werden kann.

Das Preisgericht sieht in dem vorliegenden Projekt einen eigenständigen und urbanen Beitrag zur Schulraumdebatte.

 

1. Nachrücker

Projekt 7 - Alexa Zahn Architekten
Schottenfeldgasse 72/2/3, 1070 Wien

2. Nachrücker

 

Projekt 4 - ARGE Architekten Radler/Kowatsch ZT GmbH/
Architekt DI Roland Urmann
Landstraße 16, 4020 Linz

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Verfahrensbetreuung