Justizgebäude Salzburg

Sanierung und Erweiterung

Die Pläne für die Sanierung und Erweiterung des Justizgebäudes stammen von SUE Architekten aus Wien. Im Zuge der Bauarbeiten werden ein Zubau aus den 1970er Jahren und zwei ehemalige Zellentrakte im Innenhof abgebrochen. Damit entsteht Raum für einen Y-förmigen Neubau, der die Gebäudetrakte am Rudolfsplatz und entlang der Schanzlgasse miteinander verbindet. Im Neubau werden künftig der Eingang samt Sicherheitsschleuse, das Justiz-Servicecenter und Verhandlungssäle untergebracht sein. Vom Neubau aus können alle Gebäudetrakte zentral und barrierefrei erschlossen werden. Ein Atrium mit Glasdach sorgt für viel Tageslicht und freundliche Atmosphäre im Bereich der Verhandlungssäle und erleichtert die Orientierung. Großzügig angelegte Fensterflächen und Holzverkleidungen erzeugen einen positiven Raumeindruck und bringen viel natürliches Licht ins Innere. Neu hinzu kommt ein Dachterrassencafé für Mitarbeiter und Besucher mit Blick auf die Festung Hohen Salzburg.

Die über hundert Jahre alte Gebäudestruktur und die Außenfassaden des historischen Justizgebäudes bleiben aus Denkmalschutzgründen nahezu unverändert. Um aus den ehemaligen Zelltrakten moderne Büroflächen zu machen, wurden die Fenstergitter abgenommen und durch kleine Eingriffe in die Fassade die Belichtungsverhältnisse verbessert sowie Wände versetzt. Zudem werden die Oberflächen erneuert bzw. in den bestehenden Bürotrakten umfassend saniert. Um einen raschen Baufortschritt zu ermöglichen, hat die BIG alle Abteilungen für die Dauer der Bauarbeiten aus dem Justizgebäude in Ersatzquartiere ausgesiedelt. Präsidium, Rechtsmittelsenat, Firmenbuch und Archiv sind bereits im Mai 2015 in die Magazinstraße 4a umgezogen. Der gesamte Strafbereich samt Staatsanwaltschaft, sowie die Zivil- und Konkursabteilung und sämtliche Verhandlungssäle sind in einem Bürogebäude in der Weiserstraße 22 untergebracht. Die Justizanstalt Salzburg übersiedelte Ende Juni 2015 dauerhaft in den Neubau nach Puch-Urstein.

Facts

Visualisierungen: SUE Architekten
Fotos: Andreas Kolarik Fotografie

Standort

Links

Wettbewerb

Sanierung und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Generalplanerleistungen zur Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für die Sanierung und Erweiterung des Landesgerichts Salzburg am Rudolfsplatz 2, 5020 Salzburg.

Die Sitzungen des Preisgerichts fanden am 30.05.2012 und 31.05.2012 statt. Als Gewinner ging das Architekturbüro SUE ARCHITEKTEN ZT GMBH, 1070 Wien hervor.

1. Preis = Gewinner

Projekt 6, SUE ARCHITEKTEN ZT GMBH, A-1070 Wien

LG-SBG 1. Preis Schaubild
LG-SBG 1.-Preis TN06

Der Entwurf sieht eine Freistellung der Höfe und eine subtile Ergänzung des historischen Ringgebäudes in den südlichen Hoftrakten vor. Durch die Neuerrichtung eines Y-förmigen  Verbindungsbaus zwischen Rudolfsplatz und Schanzlgasse entstehen spannungsreiche Innenhöfe. Alle bestehenden Hauszugänge sind aktiviert und werden durch einen zusätzlichen Eingang aus der Fußgängerzone Schanzlpark ergänzt. Eine abwechslungsreiche Komposition von Terrassen, Brücken, Treppen und abgesenkten Höfen erzeugen eine vielschichtige, zeitgemäße Stadtlandschaft, die hohe landschaftsgestalterische Potenziale birgt.
Die Öffnung des Justizgebäudes für die allgemeine Bevölkerung wird klar ausgedrückt und setzt sich in den internen Erschließungszonen und Verhandlungsräumen fort. Der Haupteingang befindet sich im Erdgeschoß des neuen Verbindungsgebäudes, somit im Zentrum der Anlage von allen historischen Eingängen aus erreichbar. Ein lichtdurchflutetes, großzügiges Atrium sorgt für eine einladende Atmosphäre. Einfache Orientierbarkeit und Übersichtlichkeit sind gegeben. Alle öffentlich zugänglichen Verhandlungssäle sind im Neubau zusammengefasst. Vollverglaste Fassaden sorgen auch in den Verhandlungsräumen für ein angenehmes Aufenthalts-Milieu und bieten den Verhandlungsteilnehmern interessante Ausblicke in die vielschichtige Hoflandschaft.
Das Projekt entspricht weitestgehend den denkmalschützerischen Vorgaben. Im Umgang mit dem Bestand zeigt sich, dass der Verfasser über ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz mit historischen Gebäuden verfügt. Defizite der historischen Erschließung werden durch die neuen Atrien feinsinnig ergänzt und repariert. Kurze rollstuhlgerechte Wege sind die Folge. Die Arbeitsbereiche außerhalb der Verhandlungszone sind einfach zu separieren und erlauben ein ungestörtes Arbeiten. Räumliche Zuordnungen von Landesgericht, Staatsanwaltschaft und Justizanstalt überzeugen. Als Regenerationszone für Mitarbeiter steht ein Dachgarten zur Verfügung.

Neubau und Bestand werden symbiotisch zusammengefügt ohne die jeweiligen Eigenständigkeiten aufzugeben. Sie ergänzen einander und werten sich gegenseitig auf. Es ist somit die Grundlage für ein zeitgemäßes, öffentliches Institut Verwaltungsgebäude gegeben.

(Auszug aus dem Juryprotokoll)

2. Preis

Projekt 33, FASCH & FUCHS ZT GMBH, A-1060 Wien

LG-SBG 2. Preis TN33

3. Preis:

Projekt 22, atelier.23 - Arch. Kohlbauer , 1040 Wien

LG-SBG 3. Preis TN22

1. Ankauf:

Projekt 37, ARGE Architekten Scharfetter_Rier_Ramoni, A-6020 Innsbruck

LG-SBG 1.-Ankauf TN37

Ankauf:

Projekt 17, eep architekten ZT GmbH, A-8010 Graz

LG-SBG Ankauf-2 TN17

Ankauf:

Projekt 16, ZT Arquitectos Lda., P-1300-085 Lissabon

LG-SBG Ankauf 3 TN16

Nachrücker:

Projekt 15, Neugebauer+Rösch Architekten, D-70173 Stuttgart

LG-SBG Nachruecker TN15

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Verfahrensbetreuung