Johannes Kepler Universität Linz

Neu- und Umgestaltung des JKU Campus

Die Johannes Kepler Universität (JKU) feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen – Zeit für die Weiterentwicklung des Campusareals. Ein BIG und JKU europaweit ausgelobter Architekturwettbewerb ist nun abgeschlossen. "Aus 15 Wettbewerbsbeiträgen wählte die Jury einstimmig das Vorentwurfskonzept von Architekturbüro RIEPL RIEPL ARCHITEKTEN ZT GMBH aus Linz zum Sieger", sagt BIG Geschäftsführer Hans-Peter Weiss. 

Die wichtigsten Kriterien der Universität für den Wettbewerb waren: der Ausbau der ursprünglichen Campusidee und die Belebung der großzügigen Freiflächen.  Die Architekten und ihr Siegerprojekt überzeugten mit einer Lösung, die auf drei Bausteinen beruht: die Errichtung eines bisher nicht vorhandenen Eingangs- und Veranstaltungsgebäudes, die Umformung und Neugestaltung der Bibliothek und die Erhöhung des Turms der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (TNF-Turm). 

Der Entwurf sieht als Entrée für das gesamte Universitätsareal die neue Kepler Hall vor. Mit einer Bruttogesamtfläche von rund 3.000 Quadratmetern soll sie auf der derzeit wenig genutzten, aber sehr zentralen Freifläche zwischen Teich und Besucherparkplatz errichtet werden. Der multifunktionale Bau bietet Raum für unterschiedlichste Nutzungen wie Empfänge, Kultur- und Sportveranstaltungen und ist zudem Aufenthaltsbereich. 

In einem weiteren Schritt wird die Bibliothek erweitert. Für das Gebäude aus den 1980er-Jahren ist eine in den Vorplatz hinausragende Aufstockung geplant, dazu kommen ein Lichthof und eine große Freitreppe. Durch die Erweiterung entstehen einerseits neue Lernorte im Inneren und andererseits attraktive Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche im Freien. 

Der TNF-Turm wird durch eine „grüne Krone“ erhöht. Der offene Aufbau aus Stahlgitter sieht eine teilweise Bepflanzung und eine schwebende Plattform samt Sonnensegel vor. Das Bauwerk wird so zu einem weithin erkennbaren Wahrzeichen und bietet gleichzeitig einen faszinierenden Ausblick.Bei der Sanierung der Fassade bleibt das ursprüngliche Erscheinungsbild erhalten, wird aber an die heutigen energetischen Standards angepasst. Durch den Austausch sämtlicher Fenster (rund 5.500 Quadratmeter Fensterfläche) sinkt der Energieverbrauch um etwa die Hälfte. Die Maßnahmen ergänzen die bereits seit 2014 stattfindenden Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes aus den 1970er-Jahren.

Facts

Architektur & Visualsierungen: Riepl Riepl Architekten ZT GmbH

Standort

Wettbewerb

Neu- und Umgestaltung der Johannes Kepler Universität Linz

EU-weiter, nicht offener einstufiger Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren und mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Planungsleistungen zur Erlangung von Vorentwurfskonzepten für die Neu- und Umgestaltung des JKU Campus am Standort 4040 Linz, Altenberger Straße 69.

Die Sitzungen des Preisgerichts fanden am 30.08. und am 31.08.2016 statt. Als Gewinner ging das Architekturbüro Riepl Riepl Architekten ZT GmbH hervor.

1. Preis = Gewinner

Projekt 10 / Kennzahl 246357
Riepl Riepl Architekten ZT GmbH, 4020 Linz

(Auszug aus dem Juryprotokoll)

Die Verfasser der Arbeit schlagen eine Lösung vor, die wesentlich auf 3 Bausteinen beruht: die Kepler Hall, die Umformung und Neugestaltung der Bibliothek und die Erhöhung des TNF-Turms. 

Die Kepler Hall wird im Eingangsbereich des Geländes situiert und bietet großzügige Nutzungsbereiche (Aula, Veranstaltungsbereich, etc.). Gleichzeitig funktioniert dieses Gebäude als Eingangsbereich für das gesamte Universitätsareal und es gelingt damit, eine entscheidende Schwäche der bestehenden Situation zu beseitigen. Die Universität bekommt ein Entree und eine Aula an der strategisch richtigen Stelle. Die Erweiterung und Überformung des Bibliotheksgebäudes verändert die Atmosphäre vor der Bibliothek und in der Bibliothek signifikant. Es entsteht nicht nur ein signifikantes, modernes Gebäude, sondern auch eine der Universität völlig angemessene, grandiose räumliche Situation – sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich, die zum Verweilen einlädt.

Die Fassadensanierung ist angemessen und erhält den Turm als Zeichen seiner Zeit. Die Erhöhung des TNF-Turms bedeutet nicht nur, dass die Universität eine zusätzliche Attraktion bekommt (Sky Garden), sondern sie kann auch dazu führen, dass das Gelände von Weitem hin sichtbar gemacht wird. Dadurch entsteht eine faszinierende Wechselwirkung. Der Blick von Linz auf die JKU und der Blick von der JKU auf Linz in umgekehrter Form werten gleichermaßen das Universitätsgelände auf und verleihen ihm zusätzlich ein Symbol/Signet. 

Ergänzend zu diesen 3 Bausteinen werden eine Fülle von Lösungen im Detail vorgeschlagen, von der insbesondere das Schwimmbecken im Teich pars pro toto hervorgehoben wird. 

Insgesamt ist der vorgeschlagene Entwurf sehr überzeugend und stellt eine sehr professionelle und faszinierende Lösung dar.


2. Preis

Projekt 01 / Kennzahl 290600, querkraft architekten zt gmbH, 1010 Wien

3. Preis

Projekt 05/ Kennzahl 271271, balloon architekten ZT-OG, 8020 Graz

Anerkennung

Projekt 04 / Kennzahl 711227, Zaha Hadid Architects, GB, EC1R 0BQ London

Anerkennung

Projekt 07/ Kennzahl 131131, DFA Dietmar Feichtinger Architectes SARL, F-93100 Montreuil

Anerkennung

Projekt 08/ Kennzahl 579561, eep architekten ZT-GmbH und 3:0 Landschaftsarchitektur, 8010 Graz

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