HBLF Forstschule Bruck/Mur

Sanierung und Erweiterung

Die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft (HBLF) im steirischen Bruck an der Mur wurde saniert und erweitert, der offiziellen Spatenstich war im Mai 2009.

Das Architekturbüro Hussa-Kassarnig ZT-GmbH hat im Dezember 2007 den EUweiten, offenen, einstufigen Architekturwettbewerb für sich entschieden.

Im Zuge der Sanierung und Erweiterung der Forstschule wurde ein dreigeschossiger Zubau zwischen bestehendem Schulgebäude und Internat errichtet. Im Kellergeschoss des Neubaus sind Werkstätten für Metallbearbeitung und die Zentralgarderobe situiert. Ein Stockwerk höher wurden die Aula, der neue Turnsaal, eine Bibliothek und ein Mehrzweckraum errichtet. Der bestehende Speisesaal im Internat wurde im Zubau erweitert und bietet statt 120 nun 180 Schülern Platz. Im ersten und zweiten Obergeschoß wurden acht Klassenzimmer, der Lehrerbereich und ein Konferenzraum errichtet.

Das neue Gebäude wird der Bezeichnung Niedrigenergiehaus aufgrund seiner guten Dämmwerte gerecht. Das bestehende dreigeschoßige Internatsgebäude wird um ein zusätzliches Geschoß aufgestockt und bietet insgesamt rund 220 Schülern Platz. Durch den zusätzlichen Platz konnten die bestehenden Vierbettzimmer auf Zwei- und Dreibettzimmer umgebaut und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Nach Fertigstellung des rund 19,6 Millionen Euro (Nettoerrichtungskosten) teuren Bauvorhabens im Herbst 2011 stehen der Schule rund 6.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mehr zur Verfügung. Bauherr und Eigentümer des Gebäudes ist die BIG, Mieter das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Haustechnik
Die Wärmeversorgung der HBL für Forstwirtschaft in Bruck/Mur erfolgt durch biogene Fernwärme. Die Beheizung der Klassenzimmer erfolgt mittels Radiatoren. Die Aula und Gangflächen werden über eine Fußbodenheizung beheizt. Durch die am Dach platzierte Solaranlage mit insgesamt 90 m2 Kollektorfläche wird ein Großteil der zur Warmwasserbereitung benötigten Energie und auch ein erheblicher Teil der benötigten Heizenergie abgedeckt. Zudem wird die in den Sommermonaten überschüssige Solarenergie in das biogene Fernwärmenetz eingespeist. Die Abwärme aus den IT-Räumen wird einerseits über einen Free-Cooling-Wärmetauscher und andererseits über eine Kältemaschine abgeführt und einem Pufferspeicher zugeführt, wodurch die Abwärme der Heizungsanlage weiter zur Verfügung gestellt wird. Ein Großteil der neuen Lüftungsanlagen ist mit hocheffizienten Doppelplattenwärmetauschern mit einem Wärmeaustauschgrad um  90 % ausgeführt, wodurch keine Nachheizung mehr erforderlich ist.
Über eine Photovoltaikanlage wird Strom erzeugt, der zum Großteil im Haus verbraucht wird wobei überschüssiger Strom ins Netz eingespeist wird.

Aufdachanlage
Am Turnsaaldach wurde eine Aufdachanlage mit folgenden Daten errichtet:

  • 48 monokristalline HIT-Module (ca. 70 m2)  Modulwirkungsgrad > 17%
  • Installierte Leistung:  11 kWp (bei 1.000 W/m2 und 25 °C)
  • Prognostizierter Jahresertrag: 11.000 kWh (Vergleich durchschn. Haushalt 4.000 kWh/Jahr).

Fassadenanlage
Die Fassade im Innenhof wurde teilweise als Photovoltaikfassade (350 m2) mit monokristallinen Zellen, welche zwischen 2 Glasscheiben montiert werden ausgeführt.

  • 594 monokristalline PV-Zellen mit je 43 Wp
  • Zellenwirkungsgrad > 18%
  • Installierte Leistung: 25,3 kWp (bei 1.000 W/m2 und 25 °C)
  • Prognostizierter Jahresertrag: 12.000 kWh (Vergleich durchschn. Haushalt 4.000 kWh/Jahr).

Facts

Baubeginn: 3. Quartal 2009
Fertigstellung: 1. Quartal 2012

Standort