BHAK und BHAS Polgarstraße

Sanierung und Erweiterung

Reichlich Platz, ein innovatives Raumkonzept, großzügige Außenanlagen und vieles mehr – die Schüler und Lehrer der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Wien 22 in der Polgarstraße können sich über eine der modernsten Schulen Wiens freuen. Sie haben fleißig mit geplant und ihre Ideen wurden entsprechend umgesetzt.

Fast zwei Jahre wurde die „business academy donaustadt“ saniert und um einen rund 9.300 Quadratmeter großen Neubau erweitert, der damit etwa doppelt so groß ist wie das Bestandsgebäude. Der neue Gebäudeteil punktet aber nicht nur mit seiner Größe. Das innovative Raumkonzept erlaubt die Umsetzung des an der Schule gelebten „modularen Lernkonzepts“. Das bedeutet nicht nur viele Raumwechsel, sondern, dass auch während des Unterrichts auf Ressourcen von anderen Räumen zugegriffen werden muss. Traditionell aneinander gereihte Klassenzimmer in langen Gängen sind dafür ungeeignet.

Daher sind im vier Geschoße umfassenden Neubau die Räume wabenförmig angeordnet. Jeweils drei Stammklassen und ein EDV-Raum sind um eine gemeinsame Lerninsel gruppiert, die auch als Treffpunkt dient. Insgesamt befinden sich hier 27 Stammklassen, im Bestandsgebäude sind es 21. Das Zentrum des neuen Bauteils bildet ein offenes Atrium, das gleichzeitig Kommunikations- und Veranstaltungsort ist. Im Erdgeschoß des Zubaus befinden sich der neue Haupteingang samt zusätzlicher Garderobe und Buffet für die Schüler, Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht, Stammklassen sowie der Turnsaal mit Nebenräumen. Über dem Turnsaal sind im zweiten und dritten Obergeschoß die großzügig angelegten Lehrerarbeitsplätze samt Konferenzbereich untergebracht.

Ein Verbindungsbau aus Glas und Stahl ermöglicht auf drei Ebenen barrierefreien Zugang zum Bestandsgebäude. Im Zuge der Sanierung wurde hier ein rund 500 Quadratmeter großes Betriebswirtschaftliches Zentrum (BWZ) eingerichtet.


Innovativ angelegt sind zudem die Außenanlagen der Schule. Auch hier wurden die Schüler in den Planung­sprozess einbezogen. Und so können sie jetzt auf einer Holzterrasse mit Liegeflächen entspannen oder auf einer benachbarten Terrasse, die als Tanzfläche konzipiert ist, ihren Bewegungsdrang ausleben. In Bewegung bringen soll sie auch eine zusätzliche Fläche mit Sportbelag und stufenartigen Sitzgelegenheiten, die im Schulgarten angelegt wurde. Sie trägt den klingenden Namen „Arena del Sol“.


Bewässert werden die Grünanlagen mit Brauchwasser aus dem hauseigenen Brunnen, der im Rahmen der Sanierung wieder aktiviert wurde. Damit nicht nur draußen, sondern auch drinnen ein gutes Arbeitsklima herrscht, sorgt eine kontrollierte Raumlüftung für kühle Köpfe in den Klassen und Lehrerzimmern. Ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur angenehmen Atmosphäre leistet ein innovatives Beleuchtungskonzept: Prisma-Kristalle auf der Abdeckung der Deckenlampen ermöglichen eine optimale, regelmäßige Streuung des Lichts. Die Gänge werden durch LED-Lampen energiesparend erhellt. Die rund 20 Zentimeter dicke Dämmung der Fassade lässt den Neubau Niedrigenergie­standard erreichen.

Beschattung
Für die einzelnen Bereiche des Gebäudes werden entsprechend der jeweiligen Nutzung verschiedene Beschattungs­formen gewählt. Unterrichtsräume und Arbeitsräume wurden mit beweglichen elektrisch betriebenen Außen­jalousien ausgestattet. Pausenbereiche und offene Lernbereiche erhalten die notwendige Beschattung über auskragende Loggiaplatten in Kombination mit einem entsprechenden Sonnenschutzglas. Weiters werden großflächige Verglasungen in Gang- und Erschließungs­bereichen mit groß­formatigen starren Sonnen­schutz­lamellen ausgeführt.

Haustechnik
Die primäre Beheizung erfolgt mittels Fernwärme über Radiatoren, Konvektoren, Deckenstrahlplatten und Fußbodenheizung. Erforderlicher Wärmebedarf 590 kW.
Für die Erweiterung ist in den Klassen eine kontrollierte Lüftung geplant. Die Beheizung und Kühlung (Temperierung) der Lüftungsanlagen erfolgt über Wärmepumpenanlagen mit Leistungszahlen von 3,52 bzw. 3,74 im Heizfall und 3,09 bzw. 3,49 im Kühlfall. Um den Energieverbrauch der Klassen-Lüftungsanlagen zu senken, sind diese mit Rotationswärmetauschern bzw. Doppel-Plattenwärmetauschern (Wärmerückgewinnung ca. 74 bis 82 %) ausgestattet.
Zur Bewässerung der Grünflächen und zur Versorgung der WCs und der Urinalanlagen ist eine Nutzwasseranlage vorgesehen. Das Nutz­wasser wird von einer bestehenden Brunnen­anlage in einen Zwischenbehälter gespeist und über ein gesondertes Leitungsnetz den Verbrauchern zugeführt.

Elektrotechnik
Gesamt­anschlusswert der Anlage: 347 kW.
Um dem variablen und flexiblen Raumkonzept bzw. dem multimedialen Unterricht in Laptopklassen Rechnung zu tragen, wurden für die Klassen­beleuchtung Leuchten mit Mikroprismenoptik für die optimale Entblendung der Bildschirme eingesetzt.
Auch im Bereich der Lerninseln wurde dem mit der Verwendung entsprechender Downlights Rechnung getragen. Alle Leuchten im gesamten Gebäude sind mit energie­sparenden elektronischen Vorschaltgeräten sowie der neuesten Leuchtmittel­technologie (Leuchtstofflampen T5 bzw. Kompaktleuchtstofflampen und LED) ausgestattet. Im Bereich der Gänge und Lerninseln werden alle Downlights mit LED ausgeführt, dies reduziert den Anschlusswert um 30.000W, den Verbrauch um 58% und dadurch den Ausstoß von CO2 um 26,1t pro Jahr.
Durch die Verwendung dieser LED-Leuchten auch für den Bereich der Sicherheits­beleuchtung und Außen­beleuchtung werden auch die Kosten für die Wartung um mehr als 50% reduziert, da die Lebensdauer dieser Leuchtmittel bei mehr als 120.000 Stunden liegt. Auch hier werden zusätzlich durch eine intelligente Schalt- und Steuertechnik weitere Energie­einsparungen erreicht.
Für die optimale Ausleuchtung der gesamten Schule in allen Bereichen wird ein Bus-System (EIB) verwendet, welches durch die Messung der Sonnenstände die idealen Werte für Ein- bzw. Ausschalten der Leuchten ermittelt. An diesem Bus-System sind auch die Jalousien bzw. die verschiedenen Stör- und Betriebsmeldungen angeschlossen.

Facts

Baubeginn: 3. Quartal 2011
Fertigstellung: 3. Quartal 2013

Visualisierungen

© sglwarchitekten, 1010 Wien

Standort

Wettbewerb

Sanierung und Erweiterung BG/BRG Stockerau

BG und BRG Stockerau

Gegenstand des EU-weiten, offenen und einstufigen Wettbewerbes war die Erlangung von baukünstlerischen Vorentwürfen, mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Vergabe von Generalplanerleistungen, für die Erweiterung und Sanierung BG und BRG Stockerau.

Bestandteil der Aufgabe war die Unterbringung des neuen Raum- und Funktionsprogramms (Erhöhung der Stammklassenzahl von derzeit 32 auf 40 Klassen, Errichtung einer dritten Turnhalle) bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Unterrichtes.

Die Jurysitzung fand am 27. und 28. Juni 2006 statt. Als Gewinner ging Architekt DI Robert Ruderstaller hervor.

1. Rang

Projekt 1004, Architekt DI Robert Ruderstaller

Mitarbeiter
DI Hans Bojer, Ben Brüll, DI Wolfgang Bauer, Peter Weiss

"Beim Projekt handelt es sich um einen Zu- und Umbau. Der Zubau ist schwebend und vermittelt Leichtigkeit und entschärft das Erscheinungsbild des Zubaues (aus 1980). Städtebaulich überzeugende Eingangssituation durch Aufgreifen der Struktur der Belvederegasse. Die Erschließung ist gut gelöst, auch die Fluchtwege Festsaal sind gelöst."
(Auszug aus dem Juryprotokoll)

2. Rang

Projekt 1026, Architekt DI Johann Zeiner

Mitarbeiter
DI Christina Florit Schmid, Karl Gappmeier, B. Serdar Songür

3. Rang

Projekt 1013, Vatter & Partner ZT-KEG in Zusammenarbeit mit GSarchitects

Mitarbeiter
DI Dr. tech. Gregory Pilz, Robert Lamprecht, Rainer Strele, Hubert Schuller

Aufwandsentschädigung und Nachrücker für die Ränge

Projekt 1027, Baumeister Architekten

Mitarbeiter
DI Daniela Ertl, DI Michael Manzenreiter

Aufwandsentschädigung und Sonderpreis

Projekt 1028, halm.kaschnig architekten
Arch. DI Peter Kaschnig, Arch. DDI Christian Halm

Mitarbeiter
Thomas Rauter, Erich Wutscher

Aufwandsentschädigung

Projekt 1020, Arge Pfeil - Moser
Arch. DI Franz Pfeil ZT GmbH, Moser Architekten ZT GmbH

Mitarbeiter
Rainer Geiger, Ronald Kautz, Werner Pfeil, Bernd Wiltschek

Nachrücker für die Aufwandsentschädigung

Projekt 1017, Klein.Riesenbeck u. Assoziierte GmbH

Mitarbeiter
Arch. DI Sabine Spliethoff, Arch. DI Anne Linnemannstöns

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Verfahrensbetreuer